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Autos das richtige Bremsen beibringen

Gemeinsame Entwicklungskooperation zwischen Continental und Jenaer Informatikern

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An der Entwicklung neuer und der Verbesserung aktueller Systeme zur Fußgängererkennung und Gefahrenbewertung im Straßenverkehr arbeiten auch Mitarbeiter des Lehrstuhls Digitale Bildverarbeitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Jenaer Ingenieure und Informatiker ergänzen auf dem wichtigen Gebiet der Bildverarbeitung das vorhandene Know-how des internationalen Automobilzulieferers Continental im Forschungsprojekt UR:BAN. [...]

"Das wichtigste und heute noch ungelöste Problem ist es, schützenswerte Objekte sicher von denen zu unterscheiden, die weder für das Fahrzeug noch für andere Verkehrsteilnehmer eine Gefährdung darstellen", beschreibt Johannes Rühle die Kernaufgabe seines Promotionsprojekts an der Uni Jena. "Zukünftige PKW müssen in schwierigen - das heißt innerstädtischen Situationen - entscheiden können, ob und in welche Richtung ein Ausweichmanöver eingeleitet werden kann oder ob die Bremsen betätigt werden müssen", konkretisiert Projektleiter Prof. Denzler das Problem. Der erste Schritt, Objekte zu erkennen, in ihrer Größe zu beschreiben und entsprechende Kollisionsrisiken abzuschätzen wurde bereits gegangen. Für die Zeiträume nach 2016 gilt es, gerade im hochdynamischen und komplexen Umfeld Stadt, feiner granulieren zu können. "Steht ein Bollerwagen in Ausweichrichtung, macht es einen Unterschied, ob darin ein Kind sitzt oder nicht", erläutert der Jenaer Bildverarbeitungsexperte. "Erst anhand der Positionen, an denen sich solche schützenswerte Verkehrsteilnehmer aufhalten, können entsprechende Handlungsstrategien abgeleitet werden."

Johannes Rühle, der aus Ilmenau nach Jena kam, wird in den kommenden drei Jahren Methoden entwickeln, die Objekte im Straßenverkehr auf ihr Gefahrenpotenzial bewerten können. Damit will der Jenaer Doktorand die Grundlage für die nächste Generation von Fahrassistenzsystemen liefern. "Das Spannende an diesem Projekt ist die hohe Praxisrelevanz und der Kontakt zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland", freut sich Rühle auf seine Tätigkeit.

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Weiterführende Links:

Johannes Rühle vom Lehrstuhl Digitale Bildverarbeitung der Universität Jena

Der Informatiker Johannes Rühle von der Universität Jena wird im aktuellen Forschungsvorhaben Methoden entwickeln, die Objekte im Straßenverkehr auf ihr Gefahrenpotenzial bewerten können. Damit will der Doktorand Grundlagen für die nächste Generation von Fahrerassistenzsystemen liefern.


Foto: Jan-Peter Kasper/FSU
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